Denkmalschutz in der Prignitz: Kooperation mit FH Potsdam erzielt erste Ergebnisse

02.10.2026

Die im April 2025 geschlossene Kooperation zwischen dem Landkreis Prignitz und der Fachhochschule Potsdam (FHP) hat sich zu einer lebendigen und erfolgreichen Zusammenarbeit entwickelt. In verschiedenen Fachbereichen des Studiengangs Konservierung und Restaurierung arbeiten Studierende mittlerweile intensiv an der Erforschung und dem Erhalt regionaler Kulturgüter im Sachbereich Bildung, Denkmalschutz und Kultur der Kreisverwaltung.

„Für einen Landkreis ohne eigenen Hochschulstandort ist die Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam von besonderem Wert. Sie zeigt, dass die Prignitz auch ohne eigene Hochschule ein Praxis-Campus für Lehre und Forschung sein kann. Die Arbeiten der Studierenden schaffen wichtige Grundlagen für den Erhalt unseres kulturellen Erbes. Zusätzlich bietet die Zusammenarbeit die Chance, angehende Fachkräfte von unserer Region und den beruflichen Perspektiven zu überzeugen“, unterstreicht Landrat Christian Müller die Bedeutung der Kooperation.

Wie praxisnah und fruchtbar diese Kooperation ist, zeigte sich erst in der vergangenen Woche: Zwei Studierende aus dem Fachbereich Holz konnten ihre Bachelorarbeiten erfolgreich verteidigen. Sie widmeten sich zwei bedeutenden mittelalterlichen Kirchen-Bohlentüren aus Triglitz und Uenze. Im Rahmen ihrer Arbeiten führten sie fundierte Bestandsaufnahmen, Altersbestimmungen, Farbfassungsuntersuchungen sowie detaillierte Schadenskartierungen durch und legten damit wichtige Grundlagen für deren Erhalt.

Parallel dazu zeigt die Kooperation auch im Bereich Stein wichtige Ergebnisse. Im gesamten Monat September absolvierte die FHP-Studentin Sophie Kluge ein vierwöchiges Praktikum in der Prignitz. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit lag auf der Weiterführung der landkreisweiten Gesamterfassung aller Gefallenendenkmale. Darüber hinaus beschäftigte sich die angehende Restauratorin intensiv mit dem Denkmal für die Gefallenen mehrerer Kriege aus Barenthin. 

Sophie Kluge bei der petrografischen Bestimmung an einem Gefallenendenkmal in Pritzwalk. Fotonachweis: Landkreis Prignitz / Silvia Geringzoom
Sophie Kluge bei der petrografischen Bestimmung an einem Gefallenendenkmal in Pritzwalk. Fotonachweis: Landkreis Prignitz / Silvia Gering

Bei diesem großen Steindenkmal – bestehend aus einem Mittelteil mit den Namen der Toten des Ersten Weltkriegs sowie Flügeln für die Gefallenen von 1813-1815 und 1866/1870 – führte sie eine umfassende Bestands- und Schadensaufnahme durch. Diese Vorarbeit nun zur Vorbereitung dringend notwendiger Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen.

Während ihrer Zeit in der Prignitz wurde sie in der voll möblierten Gäste- und Studentenwohnung der Wohnungsgesellschaft Perleberg am Sportplatz untergebracht. Dieses Angebot wurde über das Projekt „Willkommen in der Prignitz“ initiiert – einer Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaftsinitiative und der Stadt Perleberg, um jungen Fachkräften den Einstieg in der Region zu erleichtern.

„Das Praktikum im Denkmalschutz des Landkreises Prignitz hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mein theoretisches Wissen hier direkt in die Praxis umsetzen. Die Kombination aus der kreisweiten Erfassung und der Bestandsaufnahme am Barenthiner Denkmal war eine wertvolle und interessante Erfahrung. Ein echter Pluspunkt war auch die gemütliche und voll ausgestattete Studenten- und Gästewohnung, die mir über die Perleberger Wohnungsgesellschaft GWG zur Verfügung gestellt wurde – ich habe mich dort sofort zu Hause gefühlt“, berichtet Kluge von ihren Erfahrungen in der Prignitz.

Die nächsten Vorhaben laufen bereits an: In den kommenden Wochen werden drei weitere Studierende aus dem Master-Studiengang Holz-Konservierung & Restaurierung ihre Arbeiten in der Prignitz aufnehmen. Im Fokus stehen dabei hochkarätige historische Objekte der Region. Zum einen wird der besondere mit Schablonenmalerei verzierte Eichenholz-Sakristeischrank aus der Kreuzburger Kirche untersucht, der sich heute im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg befindet. Zum anderen widmen sich die Studierenden den historischen Fußböden im Renaissance-Schloss Demerthin sowie auf der Plattenburg. Auch hier stehen die Bestandserfassung sowie die Ausarbeitung konkreter Konservierungs- und Restaurierungskonzepte im Mittelpunkt.

© Landkreis Prignitz 


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