09.03.2026
Eine kleine Zeitreise durch mehrere Jahrtausende erwartete die Schülerinnen und Schüler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums in Perleberg beim diesjährigen „Tag der Wissenschaften“. Von der Jungsteinzeit bis in die Zeit des 30-jährigen Krieges spannten Gordon Thalmann und Tortsten Geue vom Landkreis Prignitz den historischen Bogen und zeigten dabei eindrucksvoll, wie moderne Forschung dabei hilft, die Vergangenheit sichtbar zu machen.
Junge Erwachsene an akademische Berufe heranführen – genau dieses Ziel verfolgt das Gottfried-Arnold-Gymnasium mit dem „Tag der Wissenschaften“. Dieser fand am 6. März 2026 in Perleberg statt. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 konnten dabei verschiedene Vorträge und Präsentationen besuchen und so Einblicke in wissenschaftliche Berufe gewinnen.
Auch Kollegen der Kreisverwaltung Prignitz beteiligten sich an der Veranstaltung. Der Leiter des Bereiches Bildung, Denkmalschutz und Kultur, Gordon Thalmann, und sein Kollege und Kreisarchäologe, Torsten Geue, nahmen die Jugendlichen in ihrem Vortrag mit auf eine Reise durch die regionale Geschichte.
Der Fokus lag vor allem auf modernen Forschungsmethoden. „Wir glauben, dass wir über die Technologie einen spannenden Zugang zu dem Thema Archäologie und Denkmalschutz schaffen können. Dieser Tag bietet eine gute Chance, unsere Arbeit vorzustellen und so auch die Jugendlichen daran zu erinnern, wo sie herkommen und ihnen einen Blick auf das eigene kulturelle Erbe zu ermöglichen“, erklärt Gordon Thalmann. Auch bedeutende Fundorte der Prignitzer und der brandenburgischen Archäologie wurden vorgestellt.
Neben theoretischen Einblicken hatten die Schülerinnen und Schüler auch die Gelegenheit, echte archäologische Materialien aus nächster Nähe zu betrachten. Verschiedene Objekte wanderten durch die Reihen. „Die meisten haben so etwas in der Regel noch nie gesehen. Das ist schon etwas Besonderes“, so Gordon Thalmann.
Unter den mitgebrachten Anschauungsobjekten befanden sich unter anderem Holzproben, die für dendrochronologische Untersichungen zur Altersbestimmung verwendet werden. Außerdem wurde ein Stück Konstruktionsholz aus einem historischen Dachstuhl mit einer mittelalterlichen Blattverbindungen aus dem 15. Jahrhundert gezeigt. Auch Überreste wie Zähne wurden präsentiert – ein Teil der archäologischen Forschung, der zwar nicht für jeden angenehm ist, aber wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse liefern kann.
Darüber hinaus hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Der „Tag der Wissenschaften“ dient nicht zuletzt auch der Nachwuchsgewinnung. Gerade in den Bereichen wie der Archäologie und Denkmalpflege werden in den kommenden Jahren dringend Fachkräfte benötigt. „Ich freue mich sehr, dass wir uns heute mit unserem Sachbereich vorstellen durften. Wenn wir junge Menschen früh an die Themen Denkmalschutz und Archäologie heranführen, investieren wir in die Zukunft unseres kulturellen Erbes. Nachwuchsarbeit beginnt nicht erst im Studium – sie beginnt hier vor Ort“, resümiert Gordon Thalmann.
Auch Schulleiter Prof. Dr. Felix Mundt zeigt sich mit dem „Tag der Wissenschaften“ zufrieden: „Wir freuen uns, dass wir eine so große Zahl an hochrangigen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen gewinnen konnten. Wir haben allein neun Vortragende von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, darunter befinden sich einige, die schon beinahe regelmäßig dabei sind. Besonders freue ich mich auch, dass der Sachbereich Bildung, Denkmalschutz und Kultur des Landkreises Prignitz zu Gast war. Hier bieten sich gute Anknüpfungspunkte etwa zum Seminarkurs ,Geschichte der Prignitz‘, wo es nicht nur um schriftliche Quellen, sondern auch um bauliche Denkmäler geht. Mit Tanja Dinnis (Biosphärenreservat Elbe) und Dr. Christian Kallies (Technische Mathematik) kamen auch zwei ,Ehemalige‘ zurück an ihre alte Schule. Rund um konnten wir heute den Schülerinnen und Schülern ein buntes und spannendes Angebot machen.“
Neben den Angeboten der Kreisverwaltung präsentierten sich unter anderem auch die Naturwacht Brandenburg, die Bundeswehr, die Bundespolizei, die HMU Health und Medical University und regionale Betriebe wie der Augenoptiker Sehwerk.
Vielleicht könnte sich das Angebot im nächsten Jahr sogar noch erweitern. Der Sachbereich Bildung, Denkmalschutz und Kultur des Landkreises Prignitz arbeitet eng mit der Fachhochschule Potsdam zusammen. Zwischen beiden Institutionen besteht eine Kooperation, die künftig auch bei Veranstaltungen wie den „Tag der Wissenschaften“ gelebt werden soll.
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