Neue Bodenrichtwerte für den Landkreis Prignitz

23.02.2026

Im Land Brandenburg werden die Bodenrichtwerte jährlich neu ermittelt. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Prignitz tagte dazu am 9. Februar 2026. Im Ergebnis wurden 661 Bodenrichtwerte für baureifes Land und zwölf für land- und forstwirtschaftliche beziehungsweise sonstige Flächen zum Stichtag 1. Januar 2026 beschlossen.

Bei den Bodenrichtwerten handelt es sich nicht um Bodenwerte realer Grundstücke, sondern um durchschnittliche Werte für Gebiete mit gleichen Lage-, Nutzungs- und Wertverhältnissen, den so genannten Bodenrichtwertzonen. Sie beziehen sich auf ein fiktiv unbebautes Grundstück und werden als Quadratmeterpreise angegeben.

Bodenrichtwerte haben keine bindende Wirkung. Sie stellen weder Preisempfehlungen dar, noch geben sie Ober- oder Untergrenzen der in einem bestimmten Gebiet angemessenen Grundstückspreise an. Sinn und Zweck der Bodenrichtwerte ist es vielmehr, jedem Interessierten einen Überblick über das durchschnittliche Bodenwertniveau zu geben.

Basis der Bodenrichtwertermittlung ist die, bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses geführte, Kaufpreissammlung. Alle Notare und Behörden sind verpflichtet, Urkunden zum Eigentumswechsel an Grundstücken zu übersenden.

In der Kaufpreissammlung wurden im vergangenen Jahr 94 Verträge über Bauland mit einer Fläche von insgesamt etwa 16 Hektar und einem Umsatz von rund 3,5 Millionen Euro registriert. Damit ist, nach dem leichten Anstieg im Jahr 2024, wieder ein Rückgang der Anzahl der Käufe auf das Niveau von 2023 zu verzeichnen. Die dabei vereinbarten Quadratmeterpreise scheinen sich, nach dem kontinuierlichen Anstieg in den letzten zehn Jahren, auf dem erreichten Niveau zu stabilisieren.

Für einen Bauplatz zur Errichtung eines Eigenheimes zahlte man in den Städten durchschnittlich 57 Euro pro Quadratmeter (€/m²) und im ländlichen Raum im Mittel 23 Euro pro Quadratmeter. Der Seitwärtsbewegung der Kaufpreise folgend, wurden 97 Prozent der Bodenrichtwerte für baureifes Land gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Der land- und forstwirtschaftliche Bodenmarkt zeigt sich gegenüber dem Vorjahr stabil. 1.826 Hektar wechselten den Besitzer, das sind etwa elf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Während die durchschnittlichen Kaufpreise für Ackerland um etwa sieben Prozent gestiegen sind, lag der mittlere Grünland-Preis 16 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die regional unterschiedliche Ausprägung zeigt sich in der Spanne der Ackerland-Bodenrichtwerte von 1,30 Euro pro Quadratmeter in der Elbtalaue und 1,50 bis 1,60 Euro pro Quadratmeter im Rest des Landkreises. Durch die Anwendung von Umrechnungsfaktoren können abweichende Bonitäten oder Flächengrößen bei der Ermittlung individueller Grundstückswerte berücksichtigt werden.

Für Grünland wurden Bodenrichtwerte in einem Bereich von 1,00  bis 1,30 Euro pro Quadratmeter beschlossen.

Gültig für den gesamten Landkreis ist für Flächen der Forstwirtschaft ein Bodenrichtwert in Höhe von 0,23 Euro pro Quadratmeter beschlossen worden, der keinen Wertanteil für den Aufwuchs enthält.

Die aktuellen Bodenrichtwerte mit dem Stichtag 1. Januar 2026 können demnächst online und kostenfrei im Bodenrichtwertinformationssystem des Landes Brandenburg (BORIS BB) https://boris.brandenburg.de/ eingesehen werden. Gleichzeitig können Sie eine amtliche Bodenrichtwertauskunft zu dem von Ihnen ausgewählten Bodenrichtwert und Stichtag als PDF-Datei kostenfrei abrufen.

Informationen zu Bodenpreisen für besondere Nutzungen oder Lagen (zum Beispiel Haus- und Eigentumsgärten, zukünftige Verkehrsflächen, Gräben, ortsnahes Acker- oder Grünland) stehen in Abhängigkeit von den örtlichen Marktverhältnissen im Grundstücksmarktbericht zur Verfügung.

Auskünfte über die Bodenrichtwerte erhalten Sie ab sofort von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte telefonisch unter 03876 713-791, -792 und -793.

© Landkreis Prignitz 


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